BIL­DUNGS-Geschich­te
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Aus­stel­lung in der VHS REGION Lüne­burg vom 03. April bis 06. Mai 2018

Ver­nis­sa­ge am 11. April um 19.00 Uhr

Bildung ist das, was sich der Mensch zu eigen macht.

Wie Men­schen in Lüne­burg sich gebil­det haben, wel­che Per­sön­lich­keit sie im Lau­fe der Jah­re ent­wi­ckelt haben und wel­che Rol­le die Volks­hoch­schu­le in Lüne­burg dabei gespielt hat, das soll in die­ser Aus­stel­lung gezeigt wer­den. 17 Geschich­ten, die so erzählt, auch eine Facet­te der Geschich­te der Volks­hoch­schu­le zei­gen. Die Inter­views fin­den Sie auch als gespro­che­nen Pod­cast und die Begleit­bro­schü­re zum Down­load.

BIL­DUNGS-Geschich­te
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Eröffnung/Vernissage am 11.04. ab 19.00 Uhr durch:

Ulrich Mädge
Gül­beyaz Kula
Ger­hard Cas­sens

Volks­hoch­schu­len sind BIL­DUNGS-Ein­rich­tun­gen.
Doch was ist BILDUNG? Eine kur­ze Ant­wort auf eine kom­ple­xe Fra­ge

Imma­nu­el Kant hat gesagt, dass Nach­den­ken hilft, das eige­ne Gewor­den-Sein zu reflek­tie­ren. Es hilft zu erken­nen, dass die vor­han­de­nen Macht­struk­tu­ren von Men­schen gemacht sind – und damit auch ver­än­der­bar –, genau­so, wie das eige­ne Leben in wei­ten Tei­len selbst gestalt­bar ist.

Die­ser Gedan­ke der Auf­klä­rung ist immer noch Bestand­teil des Selbst­ver­ständ­nis­ses der Volks­hoch­schu­len. Bil­dung ist ein akti­ver, nie­mals abge­schlos­se­ner Pro­zess, in des­sen glück­li­chem Ver­lauf eine selb­stän­di­ge und selbst­tä­ti­ge, pro­blem­lö­sungs­fä­hi­ge und lebens­tüch­ti­ge Per­sön­lich­keit ent­ste­hen kann.

Erwach­se­nen­bil­dung ist Per­sön­lich­keits­bil­dung
Sie setzt auf Urteils­bil­dung, auf Refle­xi­on und kri­ti­sche Distanz gegen­über den ange­bo­te­nen Infor­ma­tio­nen. Das Bedürf­nis, sich zu bil­den, sich zu ent­wi­ckeln, liegt dem Men­schen inne. Man kann es auch schlicht als Neu­gier­de bezeich­nen. Bei Bil­dung geht es nicht um abfrag­ba­res Wis­sen, es geht immer um die Ver­voll­komm­nung der Per­sön­lich­keit. Die­ser Pro­zess hört nie auf, auch im hohen Alter nicht. Das ist das Schö­ne, das Irri­tie­ren­de und auch das Span­nen­de im Leben.

Die Volks­hoch­schu­le als Erwach­se­nen­bil­dungs­ein­rich­tung unter­stützt die­sen Pro­zess der Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung in viel­fäl­ti­ger Wei­se, durch Kur­se, Lehr­gän­ge und nicht zuletzt durch Schaf­fung von Kon­tak­ten. Wie sie dies im Leben ihrer Teilnehmer/innen getan hat und heu­te noch tut, wird in die­ser Bro­schü­re und in der Aus­stel­lung, die wir par­al­lel dazu gestal­tet haben, deut­lich.

17 Men­schen erzäh­len ihre Bil­dungs­ge­schich­ten
Zufäl­lig aus­ge­wählt und nicht reprä­sen­ta­tiv: 17 Men­schen, die aktu­ell oder in der Ver­gan­gen­heit einen oder meh­re­re Volks­hoch­schul­kur­se der VHS REGION Lüne­burg besucht haben, geben einen Ein­druck des­sen, was Volks­hoch­schu­le im Leben der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bewir­ken kann.

Der lei­se Ver­än­de­rungs­im­puls
Es gibt einen Impuls im Leben, anfangs ganz unbe­deu­tend. Man geht ihm nicht nach. Schließ­lich gibt es den All­tag zu bewäl­ti­gen. In der Schu­le sind es die Prü­fungs­an­for­de­run­gen, vor allem die Fächer, die man nicht mag. Sie erfor­dern viel Ener­gie. Im Beruf­li­chen steht der All­tag im Vor­der­grund, viel­leicht wegen des not­wen­di­gen Gehal­tes, der net­ten Kolleg/innen, oder weil ein­fach alles gut ist.

Der Impuls ver­schafft sich Gehör und wird zu einem Inter­es­se
Er mel­det sich immer mal wie­der. Manch­mal wird er sogar hef­ti­ger, je bes­ser man sich ein­ge­rich­tet hat. Doch er lässt einen nicht mehr los: Der Impuls wird stär­ker und stär­ker. Anfangs sind es stil­le Träu­me, dann wer­den es Tag­träu­me, und irgend­wann ist klar: Der Impuls ist zu einem kla­ren Inter­es­se erwach­sen. Die­ses lässt sich nicht mehr igno­rie­ren: Ich muss ihm nach­ge­hen. Die Pla­nung beginnt. Die­ser Pro­zess, der manch­mal auch Jah­re dau­ern kann, macht klar: Ich will mein Leben ändern, bre­che den bis­he­ri­gen Weg ab und wäh­le einen, der mehr zu mir passt: Ich buche Kur­se, ich wech­se­le die Schu­le, ich begin­ne eine Leh­re, ein ande­res Stu­di­um oder suche mir einen ande­ren Arbeits­platz.

Ich gehe mei­nen neu­en Weg
Im Erwach­se­nen­le­ben kommt dann die Wei­ter­bil­dung ins Spiel. Volks­hoch­schu­len bie­ten Gele­gen­heit, die­sen zu einem Inter­es­se gewach­se­nen Impul­sen nach­zu­ge­hen. Oft berufs­be­glei­tend, manch­mal radi­kal und mit aller Ener­gie. Ganz gleich, ob der Wunsch nach geziel­ter Ver­än­de­rung noch ein zar­tes Pflänz­chen ist oder sich schon zu einem hand­fes­ten Baum ent­wi­ckelt hat.

Die Inter­views
Ich habe mei­ne Gesprächspartner/innen gebe­ten, ihre Geschich­te zu erzäh­len, eine sehr per­sön­li­che Geschich­te ihres Ler­nens, eine Geschich­te die­ser Bil­dungs­ein­rich­tung, mit der sie Erfah­rung gemacht haben, Geschich­ten von Wegen und Umwe­gen. Die Gesprä­che haben manch­mal nur eine hal­be Stun­de gedau­ert, manch­mal zwei Stun­den. Ich hat­te den Ein­druck, dass die Erzähler/innen ger­ne erzählt haben, ja, sie sogar ein wenig stolz waren, ihre Geschich­te tei­len zu dür­fen. — Jede und jeder hat lebens­lan­ge Lern­er­fah­run­gen und jeweils eine eige­ne Erfah­rung mit ihrer Per­sön­lich­keits-BIL­DUNG.

Dank
Ich dan­ke an die­ser Stel­le den 17 Men­schen ganz herz­lich für Ihre Bereit­schaft, ihre Geschich­te zu erzäh­len. Mein Dank geht auch an Bea­te Dap­per, die mich bei der Zusam­men­fas­sung unter­stützt hat, an Tho­mas Lau­kat, der die Tex­te und Aus­stel­lung gestal­tet hat, an die Kol­le­gin­nen und Kol­le­gen im Haus, die mich ange­regt und unter­stützt haben, die­se Auf­ga­be anzu­ge­hen.

Ein beson­de­rer Dank geht an die Kurs­lei­ten­den der Volks­hoch­schu­le, die immer in Kon­takt mit ihren Teil­neh­men­den sind und sie so auf ihrem Weg unter­stüt­zen. Sie wis­sen meist nicht, welch zar­te Pflänz­chen sie durch ihr Wis­sen, durch ihren Unter­richt, durch ihre Begeis­te­rung, durch die ein oder ande­re Bemer­kung, zum (spä­ten) Blü­hen brin­gen.

Ich wün­sche Ihnen Ihr eige­nes inne­res Erle­ben mit die­sen span­nen­den Geschich­ten. Es ist auch eine Geschich­te der Volks­hoch­schu­le gewor­den.

Ger­hard Cas­sens

Zarte Pflänzchen …

hinter den kulissen

Video-Interview bei Radio ZuSa

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